Lasergerechtes konstruieren
1. Was kann gelasert werden?
Im Prinzip können alle metallisch reinen Gefüge sowie einige Nichtmetalle gelasert werden. Einige Beispiele mit der maximalen Dicke:
- Stahlblech, 25mm (bis 15mm alle Formen – 25mm nur grosse Formen)
- Chromstahl, 20mm
- Aluminium, 12mm (ab 8mm ist das Wasserstrahlschn. wirtschaftlicher)
- Holz, 20mm (die Schnittfläche wird leicht verbrannt, jedoch sauber)
- Plexi, 20mm
- Stahl verzinkt, 3mm (Feuerverzinkt, Elektroverzinkt-Zincor)
- Alu eloxiert, 3mm
- Inox folienbesch., 6mm
Weitere Bezeichnungen für
- Stahlbleche: Hardox, Weldox, Domex, Stw22, St-37…
- Inox: V2A, V4A, 1.4301…
- Aluminium: Peraluman, Anticorodal…
Nicht gelasert werden können Gläser, Steine, poröse Materialien, Sandwichbauteile…
Die maximale Abmessung einer Tafel beträgt 4 x 2 m.
Die kleinsten Bohrungen, die mit der Laserschneidmaschine gefertigt werden können, sind 0.5 x die Blechstärke. Das heisst, in ein 10mm Stahlblech kann mittels Pulsschneiden ein 5mm kleines Loch geschnitten werden.
Grundsätzlich kann jede beliebige Form oder Kontur sauber geschnitten werden, solange dies zeichnungstechnisch ( nicht zu viele Punkte auf einer kurzen Strecke) machbar ist und sich das Material örtlich nicht zu stark erhitzt (Gefahr bei schmalen Schlitzen etc.).
2. Lasergerechtes konstruieren
2.1 Ecken
Die Ecken sind wenn immer möglich abzurunden. Verletzungsgefahr und Abbrand an den Ecken können so vermieden werden. Oftmals genügen schon kleine Radien (1 – 1.5 mm).

2.2 Gewinde
Da im Blech die Gewinde oftmals zuwenig lang geschnitten werden können, sind Blindnietmuttern eine günstige Möglichkeit, wenn es konstruktiv möglich ist. Blindnietmuttern können in den verschiedensten Arten und Formen bezogen werden.

rund mit Kopf

6-eckig, verdrehgesichert, flach
Weitere Möglichkeiten sind:

Einpressmuttern

Einpressgewindebolzen

Käfigmuttern
2.3 Positionieren
2.3.1 Gravieren
Gravuren als Anrisskanten erleichtern das Positionieren beim nachmaligen Schweissen.
Vorsicht: Beim Abkanten können Gravuren im Abkantbereich zu Rissen führen, da die Oberfläche verletzt wird.

2.3.2 Stecken
Wenn konstruktiv und aus belastungstechnischen Gründen möglich, immer Schlitze, Löcher oder Ausschnitte zum Stecken konstruieren. Das Gegenstück mit einer Nase oder einer Abstufung (Anschlag) versehen.



2.4 Abkanten
2.4.1 Biegekante

Bei Teilen, welche noch abgekantet werden, sollte darauf geachtet werden, dass keine Konturen oder Bohrungen zu nahe bei der Biegekante angebracht werden. Die Löcher könnten eventuell verzogen werden. Wenn es nicht möglich ist, die Löcher mit genügend Abstand zu Konstruieren, sollte geprüft werden, ob in der Biegekante ein Schnitt angebracht werden kann, der über die gefährdete Kontur herausragt. (Kein Verzerren der Kontur)
2.4.2 Abzug

Abwicklungen von Abkantteilen immer mit Abzug = 0 konstruieren, da es von Maschine zu Maschine unterschiedliche Abzüge pro Material und Dicke gibt. So kann der jeweilige Operateur die nötigen Abzüge selber wählen.
Die Radien in der Biegekante sind von der Matrizengrösse abhängig. Die Matrizengrösse hängt von der Materialdicke ab. Zum Berechnen des Innenradius gilt folgende Regel:
Beim Freibiegen beträgt der Innenradius Ri am Kantteil ungefähr 16% der Matrizenöffnung w
2.4.3 Minimale Abbüge und Distanzen



Diese Angaben beziehen sich in etwa auf die Abkantmaschine der MaKo laser ag. Die maximale Abkantlänge beträgt 4m.
2.4.4 Freistellungen
Durch Freistellungen können Deformationen des Blechrandes in den Ecken der Abkantung vermieden werden.

Abgesetzte Blechteile sollten nicht am Ausschnitt abgewinkelt werden, da die Gefahr des Einreissens besteht:

Biegekante (Pfeil) möglichst rechtwinklig zum Blechteil vorsehen. Rechts die konstruktiv bessere Lösung:

Spitz auslaufende Bleckbiegeteile (Pfeil) vermeiden. Die technisch bessere Ausführung zeigt die rechte Darstellung:

An Blechbiegeteilen schräge Ausläufe (links) vermeiden. Besser ist ein ausgeklinkter Auslauf wie die Darstellung rechts zeigt.

2.4.5 U-Profile
U-Profile müssen in der Regel breiter als hoch konstruiert werden. Wenn mit gekröpften Werkzeugen gekantet wird, können bei kleinen U-Profilen die Schenkel länger als die Breite sein.

Im Weiteren können Büge auch flachgedrückt werden.

Schmale U-Profile können mit einem Hilfsbug hergestellt werden, wenn gekröpftes Werkzeug nicht mehr ausreicht.

“Falscher Abbug“ wieder strecken. (Kleines Zeichen bleibt.)
2.5 Schweissen
Bei der Nachfolgearbeit Schweissen ist es von Vorteil, wenn die zu verschweissenden Teile Ecke auf Ecke aneinander stehen oder max. _ überlappen. So kann eine bestmögliche Schweissverbindung entstehen.
Bei gesteckten Teilen schauen, dass die Nase nicht bündig mit der Aussenfläche ist, sondern etwas nach innen verschoben. Somit kann auch nach dem Verputzen noch eine einwandfreie Schweissverbindung gewährleistet werden.
Schweissnähte sollten wenn immer möglich vermasst werden. Nur so viele Schweissnähte wie nötig anbringen. Das Blech wird so weniger verzogen und die Schweisszeit reduziert sich.
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